Früher sei die FDP als "Umfaller-Partei" bezeichnet worden, nun werde sie von "Meinungsmachern" angegriffen, weil sie nach der Wahl umsetze, was sie vorher angekündigt habe. Das sagte Wolf gestern in der "Fegetasche" zur Eröffnung eines Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion (siehe auch Seite 1). Die Liberalen hielten Kurs und hätten dafür Beifall verdient. Stattdessen würden sie, auch aus Ärger über ihren Wahlerfolg, mit alten Klischees aus der Klamottenkiste angegriffen. Dabei sollten sich FDP-Mitglieder aktuelle Umfragewerte nicht überbewerten: "Die entscheidenden Umfragen sind Wahlen." Und die seien im "Superwahljahr" für die FDP aussagekräftig gewesen: Mit einem Abgeordneten im Europa-Parlament, vier Bundestagsabgeordneten und 14 Abgeordneten im Landtag habe die FDP Schleswig-Holstein so viele Mandatsträger wie noch nie.
Zu dem Verdacht, die FDP könnte durch Parteispenden dazu bewegt worden sein, für eine Senkung der Mehrwertsteuer für Hotelbetriebe einzutreten, stellte Wolf fest, dass diese Forderung der Liberalen vergleichsweise alt sei und sie von Vertretern aller Parteien, "sogar der Linken", unterstützt worden sei. Parteispenden seien zulässig und machten die Parteien auch ein Stück unabhängiger. Dabei finde er logisch, so Wolf weiter, das es Spender gebe, die jene Partei unterstützten, mit deren politischen Forderungen sie einverstanden seien.
Als wichtige politische Aufgabe nannte Wolf aus der Sicht der Kommunen einen gerechten Lastenausgleich, eine gerechtere Verteilung vorhandener Mittel. Die würden, das sei gewiss, den öffentlichen Händen nicht mehr in gewohntem Maße zur Verfügung stehen. Deshalb sei auf allen Ebenen auch Sparwille gefragt. Wolf: "Um es mit Mike Krüger zu sagen, stellt sich für alles die Frage: Ist das Kunst? Oder kann das weg?"
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